Entstehung der Bergrettung Mittelberg-Hirschegg

Die Gründungsgeschichte

Bereits im Jahre 1904 gründete der Deutsche und Österreichische Alpenverein (DÖAV) die Rettungsstelle Mittelberg. Als Erweiterung dieser Institution wurde im Jahre 1921 die Rettungsstelle Hirschegg  gegründet.
Das Kleinwalsertal gehörte anfangs zur “Rettungsstelle für alpine Unfälle” in Dornbirn. Die Rettungsstelle musste sich mit den primitivsten Mitteln begnügen und mit eigenen Hörnerschlitten, Schaufeln und Bergführerausrüstungen behelfen. Erst später wurden von der Bergwacht Kempten Sonden, Schaufeln und andere Geräte zur Verfügung gestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg standen dann auch zwei Akja, Seile und verschiedenes mehr für Rettungen bereit. Die Einsätze waren damals mit höchsten körperlichen Anstrengungen verbunden und nahmen nicht selten mehrere Tage in Anspruch.

Die erforderlichen und notwendigen Materialien waren an verschiedenen Orten, meist aber beim jeweiligen Ortsstellenleiter (Unfallmeldestelle) stationiert. Auch in der Kurzschule Baad befand sich ein Materialdepot für Rettungseinsätze. Erst ab 1970 wurde von der Gemeinde ein Raum in der Volksschule Mittelberg zur Verfügung gestellt.


Die eigenständige Ortsstelle Hirschegg wurde am 14.6.1974 aufgelöst. Die neun Mitglieder hatten einstimmig beschlossen der Ortsstelle Mittelberg beizutreten. Seit diesem Zeitpunkt führen wir die Bezeichnung 
Österreichischer Bergrettungsdienst (ÖRBD) Ortsstelle Mittelberg-Hirschegg

 

 

Ortsstellenleiter Mittelberg

Winkel Karl sen. 1921 bis 1928
Seelenmayer Max 1928 bis 1955
Eichner Josef 1955 bis 1968
Winkel Karl jun. 1967 bis 1973
Schwendiger Bertl 1973 bis 1976
Huber Walter 1976 bis 1993
Hilbrand Rainer 1993 bis 2005
Hilbrand Marc 2005 bis 2014
Samuel Riezler seit 11/2014

Ortsstellenleiter Hirschegg

Winkel Arnold 1921 bis 1958
Janak Alois 1958 bis 1967
Schuster Josef 1967 bis 14.6.1974 (Auflösung)

Tagebucheinträge von Friedrich Mathies (In memoriam gest. 15.01.2017)

(In memoriam gest. 15.01.2017)

Tagebucheintrag von Friedrich Mathies über eine Totenbergung aus der Nordwand am Widderstein 02.07.1941

Dabei waren 9 Bergwachtmänner: Karl Winkel, Josef Eichner, Karl Fritz aus Riezlern, Karl Josef Fritz, Hubert Schuster, Arnold Winkel, Hans Duffner, Bergführer Frere, Friedrich Mathies, ein Gast, Polizist Max Matt. Um 7 Uhr weg in Bödmen, Rast im Obergemstel und Einstieg. Von 12 bis 1 Uhr schneite es leicht. Sepp Eichner und Karl Fritz stiegen in die Wand, verpackten ihn und wir zogen ihn herauf. Nachher seilten ihn Karl Fritz und ich über die Schneefelder bis zum Einstieg hinunter. Von hier wurde er getragen und gezogen bis zur Untergemstelhütte. Da holte ihn am anderen Morgen Samuel Fritz zum Begräbnis in Mittelberg. (Leider keine Angabe über die Rückkehr, vermutlich mehr wie 8 Stunden)


Tagebucheintrag von Friedrich Mathies über eine Bergung am Widderstein 25.06.1944

Um halb sechs Uhr fort auf den Widderstein mit Karl Sonanini. Viele Schneefelder und kein Weg. Um 11 Uhr droben. Wir stiegen dann ab gegen Hochkrumbach. Plötzlich hörten wir Hilferufe am Widderstein droben. Karl ging bis zum Gasthof Adler und meldet es. Ich stieg gleich auf bis zum Kamin. Da lag der Verletzte und blutete aus dem Hinterkopf wo ihn ein Stein traf. Ich verband in notdürftig, setzte ihn auf meinen Rucksack und rutschte mit ihm abwärts bis zum Einstieg. Da kam die ersehnte Hilfe. Bergführer Fritz Strolz von Schröcken mit Mann und Schlitten. Der Verletzte wurde besser verbunden und bis zum Gasthof Adler transportiert. Herr Rücker (der Verletzte) hielt sich außerordentlich tapfer bei Bewusstsein. Wir zogen dem Verletzen trockene Kleider an und trugen ihn mit Tragbahre gegen Schröcken. Fritz Strolz fuhr ihn mit Seilbahn nach Neßleg und Schröcken. Der Arzt in Bregenz stellte dann einen Schädelbruch, Schlüsselbeinbruch, Gehirnerschütterung fest. Übernachtung in Hochkrumbach, dort aß ich dann zum ersten  Mal seit nachts um 2 Uhr, es waren 18 Stunden.